Uhrentrends 2009 +++ Uhrentrends 2009 +++

Uhrentrends 2009


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Zeitmesser für Zeitenwenden

Uhren sind geradezu idealtypische „Zeichen der Zeit“. Immer schon waren sie nicht ausschließlich rein funktionale Zeitmesser, sondern stets auch Statussymbole und modische Accessoires. Und in ihrem Design spiegeln sich seit Jahrhunderten die Strömungen des jeweils aktuellen Zeitgeistes wider.

Was aber bedeutet das für unsere Gegenwart, die mehr und mehr von rasantem, umsturzähnlichem Wandel des scheinbar Festgefügten geprägt ist? In diesen Tagen, die von nicht Wenigen als eine Zeitenwende empfunden werden, in der bereitwillig geglaubte Versprechungen unbegrenzten Wachstums sich als illusionäre Seifenblasen erweisen, wächst allenthalben das Bedürfnis nach Sicherheit, echten Konstanten und Berechenbarkeit. Dieses Bedürfnis ist auch auf dem Sektor Uhren in unterschiedlicher Ausprägung erkennbar.


Funktionsuhren – Gradmesser für Individualität

Der Wunsch, Kontrolle über die aus den Fugen geratenen Entwicklungen zu bekommen, ist vor allem bei den von Männern bevorzugten Uhren mit sportlichen und technischen Zusatzfunktionen erkennbar. An erster Stelle steht dabei natürlich der klassisch-sportliche Chronograph mit seinem typischen „Gesicht“ aus drei Zusatz-Zifferblättern. Auch Flieger-, Militär- und Taucheruhren mit ihrem dynamischen Design und zahlreichen funktionalen Extras erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Uhren dieser Klasse verleihen ihrem Träger ein im Alltag oftmals vermisstes Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Sie stillen dabei zugleich die latente Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer – und sie bedienen mit ihrer technischen Optik die von Männern bevorzugte Ästhetik.

Was keineswegs bedeutet, dass nicht auch Frauen zunehmend an dieser Art Zeitmesser Gefallen fänden. Insbesondere bei Chronographen haben sich im Durchmesser etwas kleinere Modelle für Damen durchgesetzt. Überhaupt verschwimmen die geschlechterspezifischen Unterschiede von Damen- und Herrenuhren immer stärker – ein Trend der bereits seit einiger Zeit zu beobachten ist und sich auch aktuell fortsetzt. Der Übergang von femininer und maskuliner Optik ist oft fließend und nicht mehr zwingend auf einen Blick zu erkennen. Auch die Zahl der Unisex-Modelle hat gegenüber früheren Jahren zugenommen. Selbst bei spezifischen Damen-Modellen fällt auf, dass diese jetzt ruhig etwas größer sein dürfen als es die vormals herrschende Doktrin gestattet hätte.


Damen-Look versus Neue Weiblichkeit

Insgesamt ist hier eine Entwicklung zu beobachten, die als Antwort auf das wachsende weibliche Selbstbewusstsein zu werten ist, das sich insbesondere auch auf den Feldern Beruf und Karriere mehr und mehr äußert. Typisch für unsere Zeit, in der mehr denn je Wert auf Individualität gelegt wird, ist aber auch, dass die Branche nach wie vor ein breit gefächertes Sortiment von eindeutig für die Dame gestalteten Uhren bereit hält. Schimmernde Perlmuttzifferblätter, feminine Dekors, farbige Spielereien und Brillanten bzw Strass verleihen diesen Modellen den gerade in schwierigen Zeiten herbeigesehnten Glanz und bilden einen deutlichen Kontrast zu der eher sachlichen Optik der „Neuen Weiblichkeit“. Farblich geht der Trend 2009 ein wenig weg vom dezenten Schwarz hin zu mehr Silber und auch Braun. Selbst Rot, Blau, Gelb oder Pink sind sowohl bei Zifferblättern als auch bei Bändern zu beobachten.

Insgesamt zeichnet sich somit ab, dass bei der Bandbreite unterschiedlicher Stile die Damen in der kommenden Saison wieder einmal in Führung liegen, die Herren aber deutlich aufholen. Individualität heißt auch hier das Zauberwort, auf das die Branche mit einer nie gesehenen Vielfalt an Modellen von funktional über elegant, bis hin zu modisch-trendig reagiert. Viele Uhren sind auffallend groß und lassen sich kaum noch dezent im Ärmel verstecken. Und damit sie über ihre bloße Größe hinaus Aufmerksamkeit erregen, weisen zahlreiche Modelle auch in puncto Materialien und Farbkombinationen häufig Extravaganzen auf.


Mechanik schlägt Elektronik – die Renaissance des Handwerklichen

Wenn man so will, zeigt sich der Trend zum Aufwändigen auch in dem, was für das Auge normalerweise unsichtbar bleibt: im Innenleben des Gehäuses. Die Mechanik ist hier nicht nur auf dem Vormarsch, die Hersteller bieten auch immer ausgefeiltere Technik mit vielen Extras an – und das vermehrt zu erschwinglichen Preisen, nicht selten auch unter der 1000-Euro-Grenze. Ob mit automatischem oder klassischem Handaufzug – der neue Siegeszug der „alten“ Mechanik hat seine Ursache letztlich in einer zunehmend zu beobachtenden Hinwendung des Verbrauchers zu „handfester“ Technik. Diese Freude am Mechanisch-Nachvollziehbaren dürfte maßgeblich in der wachsenden Undurchschaubarkeit digitaler Abläufe begründet sein, die unser tägliches Leben immer stärker dominieren. Das buchstäbliche „Begreifen“ der Funktionsweise eines Alltagsgegenstandes wie einer Uhr gibt dem verunsicherten Zeitgenossen wieder das Gefühl von Sicherheit und Beherrschbarkeit zurück, das heute allzu oft im Dschungel kryptischer Elektronik verloren geht.


Eine allein reicht nicht mehr!

Ebenfalls ungebrochen ist der Trend zur Zweit- oder Drittuhr. Für jeden Anlass – ob Berufsalltag, nobles Geschäftsessen oder gehobene Freizeitgestaltung – wählen sowohl Damen als auch Herren immer häufiger aus einem persönlichen Fundus den jeweils passenden Zeitmesser aus. Das Spektrum reicht entsprechend von gediegen bis schrill. Die für jede Gelegenheit als angemessen erachtete „Universal-Uhr“ befindet sich dagegen eindeutig auf dem Rückzug.


Mehr als bloße Äußerlichkeiten – Gehäuse und Bänder

Bei den Gehäusen herrschen auch in der kommenden Saison runde Formen vor, die oftmals mit eckigen Komponenten kombiniert werden. Neben zeitlos rechteckigen Formen finden sich bisweilen in den Kollektionen selbst asymmetrische Gehäuse. Wer will, mag dies als subtilen Spiegel der zahlreichen asymmetrischen Entwicklungstendenzen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft deuten.

Was die Bänder betrifft, wird auch 2009 großer Wert auf erstklassiges Material und ebensolche Verarbeitung gelegt. Gefragt ist insbesondere Reptilienleder; farblich sind allgemein Bicolor-Kombinationen sowie Gold und Roségold angesagt.






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